Wenn ein Zukunftsmarkt gegen das Image der Vergangenheit kämpft
Redpath Deilmann befand sich in einer paradoxen Situation, die für viele Traditionsunternehmen symptomatisch, hier jedoch durch die Branche extrem verstärkt war. Während die interne Mitarbeiterzufriedenheit weit über dem Durchschnitt lag und eine fast familiäre Verbundenheit das Arbeitsklima prägte, gelang es nicht, diese Stärke wirksam nach außen zu tragen. Das Thema Employer Branding verlor sich in der Zuständigkeitslücke zwischen HR und Öffentlichkeitsarbeit, was zu isolierten Einzelmaßnahmen ohne strategisches Dach führte. Verschärft wurde dies durch den Einsatz wechselnder Agenturen, die versuchten, das Unternehmen mit generischen Werten und austauschbaren Claims am Markt zu platzieren. Statt Profil zu zeigen, verwässerte dieser Ansatz die eigentliche Identität und ließ die einzigartige DNA des Unternehmens hinter leeren Worthülsen verschwinden.
Dabei stand Redpath Deilmann vor einer kommunikativen Hürde von seltener Schwere. Als traditionsreiches Bergbauunternehmen kämpfte es gegen den mächtigen Schatten eines gesellschaftlichen Mythos an, der den Bergbau als längst vergangene, nicht zukunftsfähige Industrie abtat. Ein fataler Irrglaube, denn faktisch realisiert das Unternehmen weltweit kritische Infrastrukturprojekte von höchster Relevanz. Dieses verstaubte Image haftete wie Kohlenstaub an der Arbeitgebermarke und erschwerte den Zugang zu Talenten massiv. In Kombination mit dem extremen Fachkräftemangel in den hochspezialisierten Nischenberufen, die kaum noch ausgebildet werden, drohte die Diskrepanz zwischen der modernen Realität des Unternehmens und seiner externen Wahrnehmung zu einem echten Wachstumsrisiko zu werden.









